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Fragen und Antworten
zur symmetrischen Tonübertragung und Nulltarif-Symmetrie

An dieser Stelle fasse ich Fragen und Antworten zur symmetrischen Tonübertragung allgemein und zur Nulltarif-Symmetrie-Methode im Speziellen zusammen.

Meine Kamera bietet PlugIn-Speisung. Kann man phantomgespeiste Mikrofone daran betreiben?
Nein. Die 2 Volt, die manche Kameras an der Mikrofon-Klinkenbuchse ausgeben können, eignen sich nur für Consumer-Mikrofone. Echte Phantomspeisung arbeitet mit bis zu 48 Volt und ist auch anders verschaltet.

Woher weiß man, ob das Mikrofon wirklich symmetrische Signale ausgibt?
Verwendet man den Spezialadapter, hört man in der linken und rechten Seite des Kontrollkopfhörers gegenphasige Signale (Surround-Effekt). Außerdem sieht man es später an der Wellenformdarstellung in Audacity. Somit eignet sich der Adapter auch zum Testen von Mikrofonen.
Es gibt einen Ausnahmefall: Bestimmte Kondensatormikrofone (z. B. AKG C1000) geben kein echtes symmetrisches Signal aus, fangen aber dennoch auf dem zweiten Kanal Störungen ein. Mit solchen Mikrofonen klappt die Auslöschung der Störungen ebenfalls; lediglich die Verstärkung des Nutzsignals findet nicht statt.

Warum geht durch die Verrechnung der Kanäle das Rauschen nicht weg?
Symmetrische Übertragung eliminiert nur die Störungen, die auf dem Signalweg entstehen (z. B. Brummen durch Einstrahlung aufs Kabel). Wenn der Mikrofon-Vorverstärker der Kamera ein deutliches Rauschen produziert, hilft nur ein Mikrofon mit höherem Ausgangspegel oder ein guter Vorverstärker.

Welche günstigen Mikrofone sind zu empfehlen?
Wird das Mikrofon als Handmikrofon aus ganz kurzer Distanz besprochen, genügt ein dynamisches Bühnenmikrofon. Bei mehr als 20 cm Aufnahmedistanz sollte es ein batteriegespeistes Kondensatormikrofon sein.
Ein gutes Richtmikrofon mit Batterie ist nochmal ein Stück teurer. Der Preis kann sich dennoch lohnen, weil es sehr universell einsetzbar ist und man damit besonders rauscharme Aufnahmen bekommt.

Wenn ich den Ton per Kopfhörer kontrolliere, stört mich der Pseudo-Surround-Effekt. Kann man etwas dagegen machen?
Man kann den Kopfhörerstecker so umlöten, dass der rechte (=kalte) Kanal ungenutzt bleibt und stattdessen der Ton des linken (=heißen) Kanals auf beide Seiten gegeben wird.

Gibt es zu der Methode Alternativen, die für regelmäßige Anwendung taugen und Aufnahmen in Stereo erlauben?
Leser dieser Seite haben mich auf Alternativen aufmerksam gemacht. Ich zähle hier fünf auf - Reihenfolge von billig bis teuer:
1) Man kann sich mit entsprechender Fachkenntnis (oder Anleitungen aus dem Netz) aus preiswerten Bauteilen ein Übertragungsgerät zusammenbauen, das heißes und kaltes Signal gegenphasig zusammenmischt. Für Stereobetrieb braucht man zwei dieser Übertrager, deren Ausgangssignale in einen gemeinsamen Stereo-Klinkenstecker geführt werden.
Beim Eigenbau oder Umbau eines solchen Übertragers sollte man peinlich genau darauf achten, dass der asymmetrische Teil der Verbindung (also das Kabelstück zwischen Übertrager und Klinkenstecker) gut geschirmt und so kurz wie möglich ist; wenn man Pech hat, genügt sonst schon die Kamera-Elektronik als surrende Störquelle.
2) Wird die Kamera stationär verwendet (z. B. auf dem Stativ hinten in einem Veranstaltungsraum), kann man einen preiswerten Kleinmixer verwenden. Die meisten Mixer haben symmetrische Mikrofoneingänge und geben sogar Phantomspeisung für professionelle Kondensatormikrofone aus. Ein Bonus ist, wenn die Mikrofon-Vorverstärker solcher Mixer sehr rauscharm sind, so dass man auch mit dynamischen Mikrofonen auskommt. Allerdings kommt hinten aus dem Mixer ein starkes Line-Signal raus; für den Mikrofon-Eingang der Kamera muss man den Ausgangspegel sehr niedrig einstellen oder notfalls ein Dämpfungsglied (Attenuator) zwischen Mixer und Mikrofoneingang bauen. Das gilt insbesondere für Kameras, die keine manuelle Tonaussteuerung bieten. (Ein dynamisches Mikrofon mit seinem schwachen Ausgangspegel kann hier sogar von gewissem Vorteil sein.)
Auch für die Verwendung eines Mixers gilt natürlich, dass die asymmetrische Verbindung zwischen Mixer und Kamera bestmöglich geschirmt und nicht länger als nötig sein sollte.
3) Lange Kabelwege gänzlich einsparen kann man durch die Verwendung eines externen Tonaufnahmegerätes (Zoom, Tascam etc.), das man möglichst nah an der Schallquelle aufstellt. Man kann dann den Ton während der Aufzeichnung nicht kontrollieren und man muss die WAV-Datei später im Schnittprogramm synchron anlegen (was manche Scghnittprogramme heute automatisch erledigen können). Dafür spart man sich die Kabelverbindung.
Wenn man mit der Kabelverbindung leben kann, gibt es eine weitere Variante der Methode: Man verwendet einen Recorder mit symmetrischen XLR-Eingängen und platziert ihn in der Nähe der Kamera. So kann man die Tonaufnahme besser kontrollieren.
4) Es gibt Adapterboxen, die ein symmetrisches Mikrofonsignal verarbeiten und es dem Camcorder asymmetrisch zuführen. Sie machen nichts wesentlich Anderes als die Selbstbau-Geräte aus dem ersten Vorschlag, aber sie sind betriebsfertig aufgebaut und teilweise besser ausgestattet (z. B. Phantomspeisung und Aussteuerungsregler). Dafür kosten sie mehr.
5) Wer das Kabel ganz vermeiden will, aber dennoch Wert legt auf ständige Tonkontrolle, braucht eine Funkstrecke. Klassische analoge Funkstrecken der großen Mikrofonhersteller sind sauteuer und lohnen heute kaum noch. Es gibt mittlerweile auch recht gute digitale Funklösungen, die mit WLAN-Frequenzen arbeiten und z. B. unter Vloggern große Verbreitung gefunden haben. Funk ist aber nie ganz so betriebssicher wie eine Kabelverbindung.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: September 2026
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