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Weltweit Netzstrom für Foto- und Video-Equipment nutzen

Häufig reisen Fotografen und Filmer in ferne Länder und wollen dort natürlich auch ihr Equipment benutzen. Einen Stromanschluss braucht man allein schon für die Akku-Ladegeräte der Kameras, Drohnen, mobilen Leuchten, Blitze und Notebooks. Wer mit größerem Equipment reist, hat vielleicht sogar netzbetriebene Leuchten und Studioblitze im Gepäck. (Abgesehen davon braucht jeder Reisende natürlich auch noch die „ganz normalen“ Utensilien wie Handy, Rasierer, Zahnbürste und Haartrockner.)

Steckdosen- und Steckernormen

Spannungen und Wechselfrequenzen

Übersicht: Stromdaten in den Ländern/Regionen

Leider konnte die Welt sich nie auf einheitliche Netzspannungen und eine einheitliche Form der Netzsteckdosen einigen. Sobald man Gerätschaften außerhalb Deutschlands oder Österreichs mit Strom versorgen muss, empfiehlt sich daher eine Beschäftigung mit den Gegebenheiten des jeweiligen Landes. Das muss nicht immer kompliziert sein, aber es gibt nach wie vor Länder mit exotischen Steckdosennormen und Stromdaten – und es gibt nach wie vor Geräte, die in solchen Stromnetzen nicht richtig oder gar nicht funktionieren.

Zwei Probleme gilt es zu lösen:
1) Der Stecker muss in die Steckdose passen.
2) Das Gerät muss sich mit der gebotenen Spannung und Wechselfrequenz vertragen.

Elektrisch sorgenfrei reist es sich in Länder, die sowohl dieselbe Steckdosennorm als auch dieselben Netzstromparameter wie Deutschland und Österreich nutzen. Dazu gehören immerhin viele Nachbar- und Urlaubsländer wie z. B. die Niederlande, Griechenland, Bulgarien, Kroatien, Norwegen, Portugal, Schweden und Ungarn (siehe Liste weiter unten).
In weiteren europäischen Ländern stimmen zwar die elektrischen Daten mit unseren überein, aber es weichen die Steckdosennormen ein bisschen ab, sodass man eventuell Adapter benötigt. Außerhalb Europas weichen dann oft auch noch Spannung und/oder Wechselfrequenz ab. Nicht immer ist diese Abweichung richtig groß; mit etwas Glück ist nur die Spannung ein paar Prozent höher oder tiefer und liegt noch gut in der Toleranz der Geräte. Aber es gibt auch Länder mit sehr deutlich abweichender Spannung, wo dann nicht mehr alle vorhandenen Geräte funktionieren werden.
Beachtet man das alles überhaupt nicht und probiert es blind aus, kann man Glück oder Pech haben.

Auch wenn der Stecker bzw. Adapter mechanisch passt, garantiert das noch keine einwandfreie Funktion. Im einfacheren Fall funktioniert das Gerät unter der falschen Spannung und/oder falschen Wechselfrequenz nicht richtig. Aber wenn es richtig blöd läuft, nimmt das Gerät im fremden Stromnetz dauerhaften Schaden.

Steckdosen- und Steckernormen

Eine vollständige Übersicht und Erklärung der weltweiten Steckdosensysteme gibt es bei Wikipedia.

In Deutschland, Österreich und etlichen anderen Ländern (siehe Liste weiter unten) verwenden wir das sogenannte Schuko-System. (Das Wort leitet sich von „SchutzKontakt“ ab – was etwas irreführend ist, weil die meisten anderen Steckdosensysteme ebenfalls Schutzkontakte haben.) Man kennt unser System international auch als „Typ F“ oder unter der Normbezeichnung CEE 7/4 (Stecker) bzw. CEE 7/3 (Steckdosen).

Der ganz klassische Schuko-Stecker gemäß CEE 7/4, der heute nur noch selten verbaut wird und eher an etwas älteren Geräten zu finden ist (obwohl man ihn durchaus noch neu kaufen kann), eignet sich ausschließlich für die hierzulande üblichen Schuko-Steckdosen „Typ F“ nach CEE 7/3. Es gibt zwar ein paar flache Steckdosentypen anderer Länder, in die man Schukostecker aufgrund eines ähnlichen Abstands der Kontaktstifte ebenfalls reinbekommt, aber in diesem Fall wird der namensgebende Schutzleiter nicht mit angeschlossen. Besser ist dann immer die Verwendung eines passenden Adapters.

An den meisten neueren Geräten mit Schutzleiter findet sich heute ein Kombi-Stecker nach der Norm CEE 7/7. Er passt ebenfalls einwandfrei in unsere Steckdosen nach CEE 7/3. Zusätzlich besitzt er aber ein „Loch“ für den Schutzleiter-Stift in Steckdosen „Typ E“ nach CEE 7/5 (wie sie in Frankreich und einer Reihe weiterer Länder zu finden sind). Das macht diese Sorte Stecker etwas flexibler und erübrigt zumindest in bestimmten Ländern einen Adapter.
Übrigens haben auch viele in Deutschland/Österreich angebotene Multistecker und Steckdosenleisten einen Kombistecker nach CEE 7/7. Dadurch kann man sie ggfs. zweckentfremden als Adapter für ältere Geräte.

Für Geräte mit hoher Leistung, die aber aufgrund ihrer Schutzisolierung keinen Schutzkontakt brauchen (z. B. Haartrockner), gibt es den sogenannten Konturenstecker nach CEE 7/17 (Typ C). Auch er passt in Steckdosen des Typs F (CEE 7/3). Dank seiner Aussparungen passt er auch in Steckdosen des Typs E (CEE 7/5). Nur an sehr alten Geräten findet man gelegentlich noch eine frühe Form des Konturensteckers, die noch keine Aussparungen für Steckdosen des Typs E hat.

Eine weitere Stufe der Vereinfachung stellt der flache Eurostecker nach CEE 7/16 (ebenfalls eine Unterart von Typ C) dar, der uns heute als Stecker-Stutzen von Netzteilen und auch einzeln begegnet (an schutzisolierten Geräten bis ca. 550 Watt Leistung). Er passt in alle Steckdosen, in die auch der Konturenstecker (CEE 7/17) passt. Darüber hinaus ist er dank seiner schlanken Bauform noch mit weiteren in Europa genutzten Steckdosentypen kompatibel (außer mit Steckdosen des Typs G nach der Norm „BS 1363“, wie sie z. B. auf den britischen Inseln und auf Zypern üblich sind).

Passt der Stecker nicht direkt, braucht man Adapter. Das ist für gut vorbereitete Reisende kein großes Ding. Passive Adapter (die nur die Kontakte weitergeben, aber keine Spannung umwandeln müssen) findet man heute sehr preiswert auf sämtlichen Verkaufsplattformen. [Steckeradapter bei Amazon kaufen]

In der Praxis am besten funktionieren immer noch die einfachen Adapter, die auf der einen Seite die Steckdose für Schukostecker oder Eurostecker haben und auf der anderen Seite den Stecker für ein ganz bestimmtes Steckdosensystem im Reiseland. Wer häufig in mehrere Länder reist, wird sich mit der Zeit ein ganzes Sortiment solcher Adapter zulegen (und gerne gleich mehrere Exemplare von jeder Sorte, falls man mehrere Geräte zeitgleich anschließen können möchte).
Viel beworben werden heute „universelle“ Adapter, die man durch diverse Verstellmöglichkeiten an alle weltweiten Steckdosensysteme anpassen können soll. Das klappt dann auch irgendwie – mal besser und mal schlechter. Durch die nicht optimierte Passform und das höhere Gewicht halten die Universal-Adapter leider nicht optimal in den Steckdosen. Sie sind auch ziemlich voluminös und lassen sich daher nicht immer unter beengten Platzverhältnissen verwenden. Mit etwas Improvisationgabe, über die ja die meisten Vielreisenden verfügen, kann man diese Hürden überwinden. Aber wenn man die Probleme gleich vermeiden will, rate ich eher zu den nicht-universellen Adaptern.

Für Geräte mit abnehmbarem Netzkabel kann man statt der Adapterlösung auch ein komplettes Kabel besorgen, das netzseitig schon den im jeweiligen Land nötigen Stecker besitzt. Das ist noch etwas robuster und problemloser als eine Kombination von Stecker und Adapter. Sinngemäß dasselbe gilt für USB-Netzteile, wie sie heute für Smartphones und viele andere Kleingeräte benötigt werden; auch sie kann man als Version für die benötigte Steckdosenform kaufen.
Exotische Kabelvarianten mit „fremden“ Steckern findet man sicher nicht in jedem Geschäft, aber über internationale Versender wird man fündig. Oder, wenn es nicht auf jeden Euro ankommt, besorgt man sich das Kabel bzw. Netzteil einfach nach Ankunft im Reiseland.

Für Geräte, die keinen Schutzleiter haben (d. h. solche mit Euro- oder Konturenstecker) genügen zweipolige Adapter.

Wenn ein Gerät den Schutzleiter benötigt und deswegen einen Schukostecker oder Kombistecker hat, sollte man unbedingt dreipolige Adapter verwenden, die den Schutzleiter an die Steckdose weitergeben. Das kann im Fall eines Defektes Leben retten. (Abgesehen davon gibt es einige Studioblitze, die konstruktionsbedingt ohne den angeschlossenen Schutzleiter erst gar nicht auslösen würden.)

Leider gibt es immer noch ein paar Länder und Regionen, in denen die Steckdosen nicht mit Schutzleiter ausgestattet sind. Hier sollte man, wenn man ein nicht-schutzisoliertes Gerät auf die Reise mitnehmen will, Nutzen und Risiko sorgfältig abwägen und sich ggfs. im Vorfeld von einer Elektro-Fachkraft beraten lassen.

Spannungen und Wechselfrequenzen

Unterschiede der weltweiten Stromversorgungen gibt es in der Höhe der Nennspannung sowie in der Wechselfrequenz (also wie oft pro Sekunde von Plus nach Minus und zurück gewechselt wird).

Die Wechselfrequenzen sind noch halbwegs überschaubar, denn hier gibt es weltweit nur zwei: 50 Hertz und 60 Hertz.

Etwas bunter gemischt sind die Nennspannungen, die sich weltweit zwischen 100 und 240 Volt bewegen. Konkret gibt es 100, 110, 115, 120, 127, 220, 230 und 240 Volt. In der Praxis fasst man sie meist zu zwei groben Untergruppen zusammen, nämlich 100 bis 127 Volt auf der einer Seite und 220 bis 240 Volt auf der anderen Seite. (Diese Zahlen beziehen sich auf übliche Haushalts- und Hotelsteckdosen. Daneben kann es noch höhere Spannungen für Großgeräte und Maschinen geben. Mit denen hat man als Reisender aber normalerweise nichts zu tun.)

Eine „Nennspannung“ ist nur der angestrebte Sollwert. Je nach momentaner Auslastung des Netzes kann die tatsächliche Spannung durchaus um einige Prozent nach oben oder unten abweichen. In Ländern außerhalb Mitteleuropas können die Schwankungen noch stärker sein.

Alle Stromnetze in Mitteleuropa bieten die aus Deutschland und Österreich bekannten 230 Volt bei 50 Hz Wechselfrequenz. In Südosteuropa und vielen außereuropäischen Ländern finden sich teils sehr ähnliche Werte, nämlich 220 oder 240 Volt bei ebenfalls 50 Hz. Solange man sich in einem Land aufhält, dessen Stromnetz mit solchen Eckdaten arbeitet, kann man die in Deutschland oder Österreich gekauften Geräte problemlos verwenden. Man benötigt allenfalls einen einfachen Adapter.
Schwieriger kann es werden, wenn die Spannung im Aufenthaltsland stärker abweicht und/oder wenn das Stromnetz dort mit 60 Hertz getaktet ist. Dann muss man genauer hinschauen, ob das Gerät damit zurechtkommt oder nicht.

Falls sich jemand über die Zahl 230 wundert: Bis zur Umstellung im Jahr 1987 betrug die Nennspannung in Deutschland und Österreich nur 220 Volt. Viele Leute haben daher diese alte Zahl noch im Kopf. In China, dem Herkunftsland vieler moderner Geräte, gelten bis heute 220 Volt. Deswegen steht die Zahl 220 auch noch auf manchen Neugeräten drauf – obwohl sie für Mitteleuropa eigentlich schon lange nicht mehr stimmt.

Erster und wichtigster Anhaltspunkt sind immer die technischen Daten auf dem Typenschild eines Gerätes. Dort steht ganz genau drauf, mit welchen Spannungen und Wechselfrequenzen es laut Hersteller zurechtkommt. Die strikte Einhaltung dieser Daten ist stets die sichere Wahl – und auch wichtig für eventuell auftretende Gewährleistungsfälle.
Die meisten Geräte funktionieren auch noch unter geringfügig abweichenden Stromdaten, aber das muss man ggfs. auf eigenes Risiko ausprobieren.

Manche ältere Geräte waren (zumindest laut Typenschild) starr auf 220 Volt bei 50 Hz ausgelegt. Dasselbe gilt gelegentlich noch für Billiggeräte kleinerer Hersteller aus Fernost. Trotzdem werden sie in den allermeisten Fällen auch an 230 oder 240 Volt funktionieren und häufig (allerdings nicht immer) mit 60 Hertz kompatibel sein.
Da die großen Hersteller heute international planen, sind sie bestrebt, ihre Geräte von vornherein flexibler zu konstruieren und sie gleich in möglichst vielen Stromnetzen nutzbar zu machen. Das vereinfacht nicht nur den weltweiten Vertrieb der Geräte, sondern bringt auch Vereinfachungen für Reisende mit sich. (Nebenbei bietet es eine willkommene Toleranz für Länder, in denen das Stromnetz instabil ist und gewissen Schwankungen unterliegt.) 

Auf Typenschildern wird die Volt-Zahl mit der Buchstabenfolge AC („Alternating Current“) oder mit dem Wellensymbol ~ eingeleitet. Das steht für Wechselstrom und ist nichts Besonderes, denn so gut wie alle Stromnetze auf der Welt verwenden Wechselstrom.
Speziell auf Netzteilen steht dann noch eine zweite/niedrigere Spannung, nämlich die Ausgangsspannung. Der Ausgang liefert manchmal ebenfalls Wechselstrom, meist aber Gleichstrom (zu erkennen am Gleich-Symbol = oder der Buchstabenfolge DC für „Direct Current“).

Außer der Spannung nennen die Typenschilder die maximale Eingangsleistung des Gerätes in der Einheit W („Watt“). Das steht immer für die Wirkleistung, also den Stromverbrauch.
Manchmal wird statt Watt auch VA („VoltAmpere“) genannt. Damit ist dann die sogenannte Scheinleistung gemeint. Sie kann bei manchen Geräten deutlich höher liegen als die Wirkleistung und ist ein Maß dafür, wie stark der Stromkreis belastet wird. (So kann man berechnen, welche und wieviele Geräte gleichzeitig in demselben Stromkreis benutzt werden können.)

Für den Ausgang von Netzteilen wird statt der Leistung häufig nur die maximale Stromstärke in A („Ampere“) genannt. Möchte man die Ausgangsleistung in Watt wissen, kann man den Ampere-Wert einfach mit der Ausgangsspannung multiplizieren. Zum Beispiel ein USB-Netzteil, das 3 Ampere Stromstärke bei 5 Volt Spannung liefert, hat eine maximale Ausgangsleistung von 15 Watt.

Wenn die Typenschilder von Netzteilen unübersichtlich gestaltet sind, muss man aufpassen, die Eingangs- und Ausgangswerte nicht durcheinanderzubringen. Für den Anschluss an ein Stromnetz sind nur die Eingangswerte relevant.

Sehr viele heutige Kleingeräte, besonders die Ladegeräte für Handys und Kameraakkus, aber auch manche netzbetriebene LED-Leuchten, sind gleich für alle weltweit üblichen Stromdaten ausgelegt. Da findet sich dann eine Angabe wie „100 bis 240 Volt, 50/60 Hz“. Das ist aus Sicht eines Reisenden perfekt. Solche Geräte kann man (ggfs. mit entsprechendem Adapterstecker) überall auf der Welt verwenden.

Doch nicht alle Geräte können so universell konstruiert sein. Dann versuchen Hersteller, sich wenigstens auf weltweit zwei Versionen zu beschränken. Die hierzulande verkaufte Version ist dann für 220 bis 240 Volt ausgelegt. Dadurch kann man diese Geräte ganz offiziell auch in Ländern verwenden, in denen die Nennspannungen ein bisschen abweichen (also 220 oder 240 statt 230 Volt) und muss es nicht auf gut Glück probieren.

In den meisten Fällen sind 220 bis 240 Volt mit den bekannten 50 Hertz kombiniert. Aber es gibt durchaus auch ein paar „exotische“ Länder, in denen 220, 230 oder 240 Volt in Verbindung mit 60 Hz Wechselfrequenz zum Einsatz kommen. Die allermeisten unserer Geräte können ohne Abstriche auch mit 60 Hz betrieben werden – was dann auch so auf dem Typenschild stehen sollte. Wenn ausnahmsweise ein Gerät nicht oder nicht richtig unter 60 Hz funktioniert, liegt das meist an einer bestimmten Art von Elektromotor, wie er z. B. in Haartrocknern oder als Lüftermotor in Filmleuchten vorkommen kann. Ferner gibt es alte Tonbandgeräte und Uhren, die die Netzfrequenz als Taktgeber nutzen und dann unter 60 Hertz zu schnell laufen würden. Aber praktisch alle moderneren Leuchten/Blitze und andere Geräte aus dem Foto- und Videosektor sind bereits universell für 50 und 60 Hz gebaut. Alles, was keinen Takt benötigt (lüfterlose Halogenleuchten, Lötkolben, Gleichspannungs-Netzteile etc.) sollte schon prinzipbedingt unabhängig von der exakten Wechselfrequenz funktionieren.

Nicht immer so problemlos arbeiten Geräte in Ländern, in denen nur 100 bis 127 Volt zur Verfügung stehen. Größer dimensionierte Netzteile, Netzteile mit induktiver Übertragung (z. B. für elektrische Zahnbürsten) und generell Netzteile älterer Bauart (die noch auf Trafos basieren) sind häufig fest für 220 bis 240 Volt ausgelegt. Dasselbe gilt für Geräte, die direkt mit Netzspannung arbeiten (z. B. Halogenleuchten). In diesem Fall hilft ein simpler Steckeradapter nicht weiter, denn die Geräte würden unter der niedrigeren Spannung entweder gar nicht oder nur mit stark verminderter Leistung funktionieren. Zum Beispiel eine für 230 Volt ausgelegte Halogenlampe würde an 120 Volt weniger hell leuchten und hätte eine sichtbar niedrigere Farbtemperatur. (Noch schädlicher wäre natürlich, wenn man ein nur für 100 bis 127 Volt konstruiertes Gerät an 220 bis 240 Volt anschließt.)
Für diese nicht-flexiblen Geräte braucht man einen Transformator, der die Spannung passend heraufsetzt. Für Verbraucher bis ca. 80 Watt Leistung kann man einen recht günstigen Reise-Transformator nehmen, der wie ein etwas größeres Steckernetzteil aussieht. Typischerweise haben solche Geräte ein pauschales Umsetzungsverhältnis von 1:2 – also aus 110 Volt werden damit 220 Volt, aus 115 Volt werden 230 Volt oder aus 120 Volt werden 240 Volt. Damit liegt man wieder in dem Spannungsbereich, den hierzulande gekaufte Geräte benötigen. Die Wechselfrequenz bleibt bei der Transformierung allerdings stets unverändert. Wenn im betreffenden Land 60 Hz verwendet werden und das Gerät nicht damit umgehen kann, hilft der Transformator nichts.

Transformatoren für Geräte, die deutlich mehr als 80 Watt verbrauchen (starke Leuchten, Haartrockner etc.), sind teurer und aufgrund des hohen Gewichtes fürs Reisen nicht gut geeignet. Noch sehr viel teurer wären übrigens Geräte, die die Wechselfrequenz umwandeln können; sie lohnen sich für Reisezwecke fast nie.
Statt einer Adaptierung mitgebrachter Geräte ist es dann fast immer billiger und einfacher, direkt passende Geräte vor Ort zu kaufen oder zu mieten.

Wenn Geräte mit externem Netzteil arbeiten, kann man manchmal ein separates Netzteil erwerben, das direkt für die Spannung am Einsatzort ausgelegt ist. Wenn z. B. ein Notebook oder eine LED-Leuchte in Europa mit einem Netzteil für 220 bis 240 Volt ausgeliefert wird, kann man dafür meist auch das Netzteil für 100 bis 127 Volt nachkaufen. Diese Lösung ist leichter und häufig auch billiger als der Umweg über einen großen Transformator.

Seltener zu finden sind Geräte, die sich zwar nicht automatisch an unterschiedliche Netzspannungen anpassen, aber sich immerhin manuell umschalten lassen. Das betrifft insbesondere einige ältere Audio- und Videogeräte und klassische Netzteile. Aber auch speziell für Reisezwecke gebaute Geräte mit hoher Eingangsleistung wie z. B. Reise-Haartrockner, Reise-Wasserkocher und Reise-Bügeleisen besitzen oft noch irgendwo am Gehäuse (manchmal etwas versteckt) einen Dreh- oder Schiebeschalter für die beiden Spannungsbereiche.
Mit solchen Geräten muss man höllisch aufpassen und darf nicht vergessen, sie nach der Rückkehr wieder manuell auf 220-240 Volt zurückzustellen.

Übersicht: Stromdaten in den Ländern/Regionen

Achtung: Man kann sich leider nicht blind darauf verlassen, dass die Stromdaten aus einer Ländertabelle immer stimmen (das gilt ausdrücklich auch für die Übersicht in diesem Abschnitt). Wer Geräte mit auf die Reise nimmt, die nicht unter allen weltweiten Stromdaten funktionieren, muss daher besondere Vorsicht walten lassen.
In manchen Ländern gelten je nach Region unterschiedliche Netzspannungen. In manchen Ländern wird die Netzspannung gerade umgestellt, sodass in manchen Gegenden noch die alte Spannung und in anderen bereits die neue Spannung verwendet wird. In schlecht versorgten Regionen können sogar Hotels ganz eigene Stromversorgungen haben, deren Daten von der Umgebung abweichen.
Insbesondere bei Verwendung eines Reisetransformators, der die Spannung hochsetzt, ist Vorsicht angebracht. Wenn man ihn z. B. versehentlich an 220 Volt anschließt, macht er daraus gleich 440 Volt – und das wird das angeschlossene Gerät sehr wahrscheinlich zerstören. Aus demselben Grund darf man Geräte, die nur für 100 bis 127 Volt ausgelegt sind, niemals an 220 oder mehr Volt anschließen.
Man kann natürlich vor Ort nachfragen, welche Spannung in der Stadt, in dem Haus oder in dem Hotel tatsächlich anliegt. Doch nicht immer finden sich kompetente Gesprächspartner, die sich mit Elektrik auskennen. Wer in Regionen reist, in denen die Spannung nicht hundertprozentig klar ist, sollte daher immer ein kleines Multimeter im Gepäck haben und die Spannung selber nachmessen.

Die folgende Übersicht unterscheidet Länder danach, wie stark sie vom System in Deutschland/Österreich abweichen. Die Daten wurden nach bestem Wissen aus mehreren Quellen recherchiert, aber ich gebe keine Garantie auf absolute Richtigkeit. (Gelegentlich widersprechen sich die Quellen und/oder sind nicht auf dem aktuellsten Stand).
In Ländern, in denen je nach Region unterschiedliche Stromdaten gelten, listet die Übersicht jeweils den aus unserer Sicht ungünstigeren Fall. Man kann also auch mal Glück haben und die Stromversorgung weicht am Reiseziel weniger ab als gedacht.

Wer ganz konkrete Informationen sucht, welcher Adapter für ein bestimmtes Land benötigt wird und welche Stromdaten dort gelten, sei auf die Tabelle bei Wikipedia verwiesen. Auch Seiten wie World Power Plugs und Welt-Steckdosen können bei der Reisevorbereitung nützlich sein.

Länder mit 220 bis 240 Volt, 50 Hertz und Schuko-Steckdosensystem

In den folgenden Ländern/Gebieten können alle Geräte, die in Deutschland oder Österreich gekauft wurden, ohne Adapter verwendet werden.

(Die Übersicht geht jeweils von einer modernen Hausinstallation aus. In den mit * gekennzeichneten Ländern ist nicht auszuschließen, dass in einzelnen Häusern noch ältere Steckdosentypen verbaut sein können und somit noch Adapter benötigt werden.)

Afghanistan, Ägypten, Albanien, Algerien, Andorra, Armenien, Azoren*, Balearen, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Georgien, Griechenland, Grönland*, Indonesien*, Island*, Kap Verde, Kosovo, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Madeira, Moldau, Montenegro, Niederlande*, Nordmazedonien, Norwegen, Österreich, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Serbien, Slowenien, Spanien* (Festland), Tadschikistan*, Türkei*, Turkmenistan*, Ukraine*, Ungarn, Usbekistan*

Länder mit 220 bis 240 Volt, 50 Hertz und Schuko-ähnlichem Steckdosensystem

In den folgenden Ländern/Gebieten können nahezu alle Geräte, die in Deutschland oder Österreich gekauft wurden, ohne Adapter verwendet werden. Adapter braucht man nur noch für altmodische Schukostecker nach CEE 7/4 (siehe oben).

Äquatorialguinea, Belgien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Dänemark, Dschibuti, Elfenbeinküste, Frankreich, Kamerun, Komoren, Republik Kongo, Mali, Marokko, Mongolei, Neukaledonien, Polen, Réunion, Slowakei, Tschechien, Tunesien, Westsahara, Zentralafrikanische Republik

Länder mit 220 bis 240 Volt, 50 Hertz und Eurostecker-kompatiblem Steckdosensystem

In den folgenden Ländern/Gebieten können alle Geräte mit Eurostecker, die in Deutschland oder Österreich gekauft wurden, ohne Adapter verwendet werden. Für Geräte mit Schukostecker, Konturenstecker oder Kombistecker können einfache Steckeradapter nötig sein.

(Je nach Region und dort üblicher Installation kann es in Ausnahmefällen mal alte Steckdosen geben, in die der Eurostecker nicht passt.)

Angola, Aserbaidschan, Chile, Färöer, Gabun, Guinea, Guinea-Bissau, Iran, Italien, Kanaren, Kasachstan, Kirgisistan, Liechtenstein, Mauretanien, Monaco, Republik Kongo (Brazzaville), Ruanda, Schweiz, Somalia, Togo, Vatikanstadt

Länder mit 220 bis 240 Volt, 50 Hertz und nicht kompatiblem Steckdosensystem

In den folgenden Ländern/Gebieten können alle Geräte, die in Deutschland oder Österreich gekauft wurden, mittels einfachem Steckeradapter verwendet werden.

(Je nach Region/Hotel und dort üblicher Installation können Stecker auch ohne Adapter passen. Aber darauf kann man sich nicht verlassen.)

Argentinien, Äthiopien, Australien, Bahrain, Bangladesch, Bhutan, Botswana, Brunei, Chile, China, Cookinseln, Demokratische Republik Kongo (Kinshasa), Dominica, Eritrea, Eswatini (Swasiland), Falklandinseln, Fidschi, Französisch-Guyana, Gambia, Gaza, Ghana, Gibraltar, Grenada, Großbritannien, Guadeloupe, Guernsey, Hongkong, Israel, Indien, Isle Of Man, Irak, Irland, Jemen, Jersey, Jordanien, Kambodscha, Katar, Kenia, Kiribati, Kuwait, Laos, Lesotho, Libanon, Macau, Malawi, Malaysia, Malediven, Malta, Martinique, Mauritius, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nauru, Nepal, Neuseeland, Niger, Nigeria, Oman, Osttimor, Pakistan, Papua-Neuguinea, Paraguay, Sambia, Samoa, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Singapur, Sri Lanka, Sudan, St. Lucia, Südafrika, Sudan, Südsudan, Syrien, Tadschikistan, Tansania, Thailand, Tonga, Tschad, Uganda, Uruguay, Vanatu, Vereinigte Arabische Emirate, Zypern

Länder mit 220 bis 240 Volt bei 60 Hertz

In den folgenden Ländern können die meisten Geräte, die in Deutschland oder Österreich gekauft wurden, mittels einfachem Steckeradapter verwendet werden.
Ausgenommen sind jedoch Geräte, die unbedingt 50 Hz Wechselfrequenz benötigen und daher nicht für 60 Hz geeignet sind (hierfür gibt es leider keine praktikablen Adapter/Wandler).

Antigua und Barbuda, Guyana, Montserrat, Nordkorea, Peru, Philippinen, St. Kitts und Nevis, Saudi-Arabien, Südkorea

Länder mit 100 bis 127 Volt bei 50 Hertz

In den folgenden Ländern können Geräte, die in Deutschland oder Österreich gekauft wurden, mit einfachem Steckeradapter verwendet werden, sofern sie ausdrücklich auch für eine Spannung von 100 bis 127 Volt geeignet sind. Geräte, die zwingend 220 bis 240 Volt benötigen, sind (bis ca. 80 Watt Leistung) mittels Reise-Transformator benutzbar.

(Je nach Region/Hotel können auch mal 220 bis 240 Volt bei 50 Hz vorhanden sein und/oder es findet im Land gerade eine schrittweise Umstellung statt.)

Barbados, Bolivien, Bonaire, Curaçao, Französisch Polynesien, Jamaika, Japan (Osten), Libyen, Madagaskar, Vietnam

Länder mit 100 bis 127 Volt bei 60 Hertz

In den folgenden Ländern können Geräte, die in Deutschland oder Österreich gekauft wurden, mit Steckeradapter verwendet werden, sofern sie ausdrücklich auch für Spannungen von 100 bis 127 Volt und für 60 Hz Wechselfrequenz geeignet sind. Geräte, die zwingend 220 bis 240 Volt benötigen, aber mit 60 Hz zurechtkommen, sind (bis ca. 80 Watt Leistung) mittels Transformator benutzbar.
Geräte, die nicht mit 60 Hertz kompatibel sind, sind auch mit Transformator nicht sinnvoll verwendbar.

(Je nach Region/Hotel können auch mal 220 bis 240 Volt bei 60 Hz vorhanden sein.)

Amerikanisch Samoa, Anguilla, Aruba, Bahamas, Belize, Bermuda, Brasilien, Cayman Islands, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guam, Guatemala, Haiti, Honduras, Japan (Westen), Jungerninseln, Kanada, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Mikronesien, Nicaragua, Okinawa, Panama, Puerto Rico, Saba, Sint Eustatius, Sint Maarten, Suriname, Taiwan, Trinidad und Tobago, Venezuela, USA

 

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: September 2026
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